Unser neuer Triebwagen stellt sich vor

Wir freuen uns, Ihnen den ersten „eigenen“ Triebwagen der Ilztalbahn vorstellen zu dürfen!

Die Geschichte des Triebwagens beginnt im Jahr 1995. Unter der Fabriknummer 91345 wird er von der Firma Duewag für die Frankfurt-Königsteiner-Eisenbahn (FKE) gebaut. Und da die Bahnstrecke Höchst – Königsstein steigungsreich ist und fast wie eine S-Bahn betrieben wird, bestellt die FKE keinen „normalen“ 628er sondern einen 629er, also die zweimotorige Variante des Triebwagens. Dazu kann die FKE auf der relativ kurzen Strecke auf die Toilette verzichten, weshalb die Kabine im Rohbau bleibt als Dienstabteil und Abstellraum genutzt wird.

Ein effizienter Bundesbahn-Triebwagen

Die Triebwagen der Baureihe 628 sind eine Entwicklung der 70er und 80er-Jahre. Zur wirtschaftlichen Optimierung sucht die Deutsche Bundesbahn damals nach einem effizienten Triebwagen, um auf Neben- und auch Hauptbahnen sowohl die in die Jahre gekommenen Schienenbusse als auch schwerfällige Lok-Wagen-Züge abzulösen. Nach mehreren Prototypen und einer ersten Serie (628.2) wird ab 1992 die letzte und größte Serie an die Bundesbahn und einzelne Privatbahnen ausgeliefert. Die Konstruktion der zweiteiligen Triebwagen ist damals schon fast überholt, die ersten Privatbahnen denken zur gleichen Zeit über die Beschaffung von (bald auch klimatisierten) Niederflurtriebwagen nach. Gleichzeitig sind die Fahrzeuge durch das „Ein-Motoren-Konzept“ äußerst zuverlässig, bequem und effizient ausgelegt, weshalb einige von ihnen trotz der fehlenden Barrierefreiheit heute noch im Einsatz stehen, so z. B. bei der Südostbayernbahn.

Normalerweise besteht ein 628er aus einem Triebwagen (Baureihe 628) und einem Steuerwagen (Baureihe 928). Insgesamt 5 Einheiten lässt die Bundesbahn für steigungsreiche Strecken mit zwei Triebwagen (628+629) ausliefern. Dazu kommen nach unserer Recherche zwei 629er für die FKE, unser Vt 72 und sein Bruder, der Vt 71, der inzwischen bei der NEG zwischen Niebüll und Dagebüll fährt. Ein paar Triebwagen hat die DB dann später noch zu 629ern umgebaut, diese lassen sich an der doppelt vorhandenen Toilette erkennen.

Vom Taunus ins Ilztal

Zurück zu unserem Vt 72: Nach Einsätzen auf seiner Stammstrecke nach Königstein und einigen Leiheinsätzen in ganz Deutschland (unter anderem zwischen Berlin und Basdorf) verbringt er einen guten Teil seines Lebens auf der Westerwaldbahn und fährt vor allem Schülerzüge zwischen Limburg und Westerburg. Inzwischen modernisiert und in den Farben der Hessischen Landesbahn (HLB), der Nachfolgerin der FKE, gelb/rot/grau lackiert, hat er sich vermutlich schon auf seinen Ruhestand gefreut. Doch dazu sollte es mit dem Verkauf an die Ilztalbahn nicht kommen.

„Unser“ 629 während der Abstellung in Westerburg

Als die Ilztalbahn ab 2010 reaktiviert wurde, konnten wir vor allem Triebwagen der Baureihe 650 „Regioshuttle“ einsetzen. Die modernen und barrierefreien Triebwagen mussten wir allerdings jedes Wochenende oder zumindest immer zu Ferienbeginn und -ende von und nach Plattling bzw. Marktredwitz überführen, da sie regulär bei der Waldbahn oder Agilis im Einsatz standen. Ein erheblicher Personal-, Sprit- und Trassenaufwand für unser ehrenamtliches Projekt.

2023 ergab sich dann die Gelegenheit, einen Triebwagen der Baureihe 628 von der Firma MaS Bahnconsult zu mieten und über die ganze Saison in Passau zu stationieren. In der ersten Saison war das Fahrzeug noch im Verkehrsrot der DB lackiert, ab 2024 dann im schönen Mintgrün, wie bei seiner Auslieferung. Endlich konnten wir dauerhaft auf einen Triebwagen zurückgreifen, mussten aber auch feststellen, dass sich das Fahrzeug auf der steigungsreichen Ilztalbahn sehr schwertat. Gerade im Herbst, wenn die Schienen der Eisenbahn durch das herabfallende Laub schmierig und rutschig werden, blieb der Triebwagen in Einzelfällen am Berg hängen. Problem ist hier vor allem, dass nur zwei von acht Achsen angetrieben waren. Die Folge waren neben einem enormen Sandverbrauch (Schienenfahrzeuge können zur Eröhung der Reibung Quarzsand vor die Räder blasen) auch Schleuderstellen und damit Schäden an den Schienen.

Mehr angetriebene Achsen für mehr Leistung am Berg

Wegen der „Antriebsschwäche“ des 628ers hatten wir schon länger nach einem neuen Fahrzeug gesucht. Es gibt einen Markt für gebrauchte Schienenfahrzeuge, allerdings sind moderne Triebwagen für unsere ehrenamtliche Eisenbahn praktisch unfinanzierbar. Als wir dann erfuhren, dass die HLB ihren Vt 72 verkaufen wollte, haben wir uns sofort auf den Weg nach Westerburg zur Besichtigung gemacht. Einige Monate später konnten wir uns mit der HLB einig werden und den Triebwagen für die Ilztalbahn erwerben. Nach einer Probefahrt im Raum Limburg und einem Werkstattaufenthalt folgte die Überführung nach Glauchau zur Lackierung.

Die Suche nach der richtigen Lackierung war nicht einfach. Uns war klar, dass der Triebwagen ein neues Farbkleid benötigt und mit den HLB-Farben nicht wirklich ins Ilztal passt. Dabei stellte sich die Frage, ob ein (fiktiv-) historische oder eine spezielle Ilztalbahn-Lackierung gewählt werden sollte. Gewonnen hat eine Ilztalbahn-Lackierung, orientiert am Design des Sylt-Shuttle-Plus wird unser Triebwagen jetzt vom Ilztalbahn-Grün dominiert.

Rollout des Triebwagens nach der Lackierung im Bw Glauchau (Sachsen)

Kurz – im Nachhinein zu kurz – vor Saisonstart erfolgte die Überführung nach Passau, eine Grundreinigung und der erste Einsatz auf der Strecke. Dabei hatten wir die Auswirkung einer mit erworbenen Einschränkung unterschätzt. Der Triebwagen war bei der HLB wegen eines Getriebeschadens abgestellt und kann deshalb derzeit nur mit einem Motor, also wie ein normaler 628er, fahren. Unsere Hoffnung, den Getriebeschaden schnell beheben zu können, hat sich leider nicht erfüllt, weshalb die Reparatur jetzt durch Ausbau des Getriebes während der Saison erfolgen muss. Außerdem wartet der Triebwagen noch auf den Einbau einer modernen Vakuumtoilette, die aus einem Spenderfahrzeug kommen soll. Inzwischen können wir aber zumindest eine provisorische Toilette anbieten.

Im Innenraum bietet unser Triebwagen 128 feste Sitzplätze, 18 Klappsitze und Stellfläche für gut 15 Fahrräder. Am Innenraumdesign erkennt man seine Herkunft aus den 90ern. Wir warten einfach ab, bis die Farben wieder im Trend sind. Der Fahrkomfort auf den luftgefederten Drehgestellen ist sehr gut, für frische Luft sorgen eine Druckbelüftung und Klappfenster, was auch im Hochsommer überraschend gut funktioniert.

Im Moment lernt unser Triebwagen seine neue Stammstrecke kennen und gewöhnt sich an die anspruchsvollen Steigungen. Wir helfen ihm dabei und optimieren die Ansteuerung der Sandstreuer, damit wir bald komplett störungsfrei auf der Ilztalbahn fahren können, hoffentlich dann auch bald mit zwei Motoren.

Wir wünschen dem Vt 72 eine gute Fahrt und noch viele Jahre auf einer der schönsten Bahnstrecken Deutschlands! Er wird regulär fast alle Fahrten auf der Ilztalbahn übernehmen und steht unter der Woche auch für Charterfahrten zur Verfügung. Nehmen Sie auf den gemütlichen Sitzen Platz, wir freuen uns auf Sie!

Der Triebwagen in seiner neuen Heimat – hier am Bahnhof Waldkirchen

Hier noch die wichtigsten technischen Daten:

Baujahr: 1995
Achsfolge: 2’B’+B’2’ (2 Wagenkästen mit jeweils einem angetriebenen und einem nicht angetriebenen Drehgestell)
Länge über Puffer: 46,4 m
Breite: 2.850 mm
Dienstgewicht: 84 t
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Leistung: 2x 485 kW

Quellen: www.triebwagenarchiv.de

 

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Winterpause! Danke für die erfolgreiche Saison 2025

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Kalender: Mit der Ilztalbahn durch das Jahr 2026

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Der Kalender ist eine ideale Erinnerung an einen schönen Ausflug für zu Hause oder ein gutes Geschenk für Eisenbahnfreunde. Mit dem Kauf unterstützen Sie den Förderverein Ilztalbahn e. V., der sich mit Herzblut für Erhalt und Betrieb dieser besonderen Bahnstrecke im Bayerischen Wald einsetzt.

Die Motive sind aus einem Fotowettbewerb hervorgegangen. Wir bedanken uns für alle Einsendungen und wünschen viel Spaß mit den Gewinnen.

Erhältlich ist der Kalender im Zug, am Bahnhofsfest in Waldkirchen zum Tag der Schiene, in ausgewählten Buchhandlungen in der Region oder im Onlineshop.

 

Anschlussbusse 2025: Mit der Ilztalbahn in den Nationalpark und nach Tschechien

Seit Beginn unseres Projektes haben wir die Vernetzung der Ilztalbahn mit dem Bus vorangetrieben. In der ersten Saison fuhren insgesamt drei Anschlussbusse mit bequemem Umstieg direkt am Bahnhof. Der Lusen, Krumau oder Finsterau waren ohne Umstieg erreichbar.

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Vegetationsarbeiten entlang der Strecke

Auch im Winterhalbjahr gibt es für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Ilztalbahn viel zu tun. Im Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Februar finden entlang der Bahnstrecke von Passau nach Freyung umfangreiche Vegetationsarbeiten statt.

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Sonderhalt in Schiefweg: Mit der Ilztalbahn zum Emerenz-Meier-Geburtstag

„Balsaminen für Emerenz“, ein dokumentarisches Theater zum 150. Geburtstag der Bayerwalddichterin aus Schiefweg am 3. Oktober. Die Ilztalbahn bringt Sie hin – mit einem Sonderhalt in Schiefweg!

Extra zum Emerenz-Meier-Geburtstag richten wir einen Sonderhalt im Waldkirchener Ortsteil Schiefweg ein. Damit bekommt Schiefweg unseres Wissens zum ersten mal einen Haltepunkt. Ältere Fahrgäste hatten uns von einem „inoffiziellen“ Halt für den Schülerverkehr berichtet. Vielleicht kann sich jemand daran erinnern und die Sache aufklären? Für die auswandernde Emerenz kam die Bahnstrecke damals allerdings definitv zu spät, vor 150 Jahren gab es noch keine Eisenbahn in der Region…

Der Sonderhalt Schiefweg liegt zwischen Röhrnbach und Waldkirchen am Bahnübergang direkt unterhalb von Schiefweg (Marktstraße). Am provisorischen Gerüstbahnsteig können Sie am 3. Oktober in jeden Zug der Ilztalbahn aus- und einsteigen. Zum Ausstieg bitte einfach beim Zugpersonal melden, zum Einstieg einfach am Bahnsteig warten. Es gelten (fast) die gleichen Abfahrtszeiten wie für den Bahnhof Waldkirchen, allerdings um +/- eine Minute korrigiert:

Ankünfte aus Richtung Passau/Abfahrten in Richtung Freyung: 9:43, 13:45 und 18:00 Uhr
Ankünfte aus Richtung Freyung/Abfahrten in Richtung Passau: 10:55, 14:54 und 19:00 Uhr

Alle Fahrzeiten finden Sie unter diesem Link. Im Ilztalbahn-Tarif ist Schiefweg der Wabe Waldkirchen zugeordnet.

Wir empfehlen auch einen Besuch im wunderbaren Wirtshaus im Emerenz-Meier-Haus.
Das Theaterstück beginnt um 16:00 Uhr:
Anreise ab Passau/Röhrnbach: 12:45 Uhr/13:35 Uhr (13:45 Uhr an), Rückfahrt Schiefweg ab: 19:00 Uhr
Anreise aus Freyung: 14:30 Uhr (14:54 Uhr an), Rückfahrt Schiefweg ab: 18:00 Uhr

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter https://born-in-schiefweg.de/.


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Ein voller Erfolg: Bahnhofsfest zum Tag der Schiene in Waldkirchen

Am Samstag, den 21. September, folgten hunderte Interessierte der Einladung des Fördervereins Ilztalbahn e. V. zum Bahnhofsfest nach Waldkirchen. Die Veranstaltung mit ihrem umfangreichen Rahmenprogramm gab den Besuchern einen Einblick in die Welt der Eisenbahn.

In seiner Festansprache betonte Hans Madl-Deinhart, Vorsitzender des Fördervereins Ilztalbahn e. V., dass die Zeit mit Blick auf die kilometerlangen Staus in Passau eigentlich für die Ilztalbahn spricht. Unter den geladenen Gäste aus der Politik war Minister a. D. Helmut Brunner, der in seiner Rede hervorhob, dass die Bahnstrecke dazu beitragen könne, die Ungleichheit zwischen Metropolräumen und ländlichen Regionen zu beseitigen. Er zog dabei Parallelen zur erfolgreichen Reaktivierung der Bahnstrecke von Gotteszell nach Viechtach. Freyung-Grafenaus stellvertretende Landrätin Hilde Greiner zeigte sich überzeugt davon, dass die Ilztalbahn ein Teil der regionalen Mobilität sein kann. Die Stadt Waldkirchen war durch Johann Draxinger vertreten, der sich froh darüber äußerte, dass Waldkirchen noch einen Bahnanschluss hat. Freyungs stellvertretender Bürgermeister Heinz Lang betonte, dass man eigentlich kein Bahnhofsfest sondern ein Frustfest feiern müsse, da es immer noch keine täglichenn Zugbetrieb auf der Ilztalbahn gibt.

Im Rahmen der Feierstunde konnte der Förderverein Ilztalbahn e. V. eine Spende über 5.000 € der Baufirma GES Bau GmbH entgegen nehmen. Die Spende soll dafür genutzt werden, einen mobilen Gerüstbahnsteig käuflich zu erwerben. Der Bahnsteig kann bei Veranstaltungen, wie dem Waldkirchener Volksfest genutzt werden und diente beim Bahnhofsfest als Zustieg für die rege genutzten Pendelfahrten mit dem Ilztalbahn-Bauzug.

Eine Ausstellung mit Gleisbaumaschinen, eine Hüpfburg, eine Kindertombola und eine Modellbahnausstellung rundeten das Festangebot ab. Die Mitglieder des Fördervereins sorgten für das leibliche Wohl, an Infoständen konnte unter anderem der druckfrische Ilztalbahn-Kalender 2025 erworben werden.

Die zum Bahnhofsfest verkehrenden regulären Züge der Ilztalbahn wurden um eine Zusatzfahrt mit dem historischen Schienenbus der Passauer Eisenbahnfreunde ergänzt. Die Veranstaltung fand im Rahmen des bundesweiten Tags der Schiene statt, an dem sich die Bahnbranche an insgesamt 322 Veranstaltungsorten präsentierte.

Volle Züge schon bei der Anreise zum Bahnhofsfest.

Minister a. D. Helmut Brunner bei seiner Festansprache.

Übergabe des Spendenschecks über 5.000 € durch die Firma GES Bau GmbH. Im Bild von links u. a. Hans Madl-Deinhart und Christoph Fleissner vom Förderverein Ilztalbahn e. V.

Verkaufsbeginn des druckfrischen Ilztalbahn-Kalenders für das Jahr 2025. Ab sofort auch im Onlineshop erhältlich!

Kaffee- und Kuchenverkauf durch die Aktiven des Fördervereins

Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner des Kinderquiz zum Abschluss des Bahnhofsfests

Fachkundiger Betrieb auf der Modelleisenbahnausstellung mit Christian Maschlone von der Firma Märklin

Abendliche Zugkreuzung zwischen Regel- und Sonderzug im Bahnhof Kalteneck