Nach dem 9-Euro-Ticket: Zurück in das Tarifchaos?

Endlich – müssen wir leider aus Sicht der Ilztalbahn sagen – ist das 9-Euro-Ticket Geschichte. Dabei bewerten wir das Aktionsangebot nach wie vor insgesamt als positiv. Die Auswirkungen auf unseren Freizeitverkehr waren jedoch deutlich zu spüren.

Eigentlich ist genau das eingetreten, was wir zum Beginn des 9-Euro-Tickets am 1. Juni hier im Ilztalbahn-Blog geschrieben haben. Auf der einen Seite punktuell überfüllte Züge gerade im Freizeitverkehr, auf der anderen Seite aber endlich ein Ende des Tarifdurcheinanders im deutschen Nahverkehr. Auch wenn die politische Diskussion um ein Nachfolgeangebot läuft, in der Region Passau braucht man für bestimmte Relationen jetzt wieder drei verschiedene Fahrkarten. Einen schönen Bericht darüber hat der Bürgerblick veröffentlicht.

Die Ilztalbahn durfte am 9-Euro-Tickets nicht teilnehmen, da sich weder das Land noch die Landkreise als Aufgabenträger für uns zuständig fühlen. So mussten wir viel Aufwand in die Fahrgastinfo („9-Euro-Ticket gilt hier nicht“) stecken und immer wieder Fahrgästen am Bahnsteig oder erst im Zug eine unliebsame Überraschung bereiten.

Gefühlt wurde die Fahrt mit der Ilztalbahn im Aktionszeitraum noch teurer, wärend gleichzeitig Waldbahn oder Rottalbahn mit einer fast kostenlosen Mitfahrt locken konnten. Das hatte natürlich Auswirkungen auf unsere Fahrgastzahlen, die alleine durch das 9-Euro-Ticket sicher um mehr als 20 % zurückgegangen sind. Und das bei steigenden Treibstoffpreisen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich Bundes- und Landespolitik ein vernünftiges Nachfolgeangebot einigen, das sich nicht nur an Vielfahrer (Monats- oder Jahreskarten), sondern auch an Gelegenheitsnutzer (Einfache Fahrt oder Tageskarte) richten sollte. Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, dass sich die Tarifhoheit der Verkehrsverbünde leicht beschneiden lässt und dass ein deutschlandweit gültiger Tarif ohne weiteres möglich ist. Vielleicht dann irgendwann auch in der Ilztalbahn?

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