Ilztalbahn nach schwieriger Saison vor neuen Herausforderungen

„Ausgebremst durch Corona und Brückenschaden“, so fasst Thomas Schempf, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Ilztalbahn GmbH, rückblickend die Saison 2021 zusammen. „Beide Ereignisse haben die Fahrgastzahlen deutlich negativ beeinflusst. Umso mehr freue ich mich, dass wir trotz der widrigen Umstände wieder zeigen konnten, dass die von uns gerettete Ilztalbahn ein wichtiger Baustein in der touristischen und wirtschaftlichen Erschließung der Region ist.“

Der für Mai geplante Saisonstart musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. „Gerade als sich abzeichnete, dass die Ilztalbahn als regulärer Nahverkehr eingestuft wird und damit keine gesonderten Corona-Auflagen erfüllen muss, machte der durch einen LKW verursachte Brückenschaden einen Strich durch unsere Rechnung.“ Mit einem Ersatzkonzept, das einen Zugverkehr zwischen Passau und Röhrnbach und einen Schienenersatzverkehr bis Freyung vorsah, konnte die Saison erst am 31. Juli starten.

Brücke bei Schiefweg wird saniert

Der Sanierungsplan für die beschädigte Brücke bei Schiefweg steht. Nach umfangreichen Gutachten können die Arbeiten an der Brücke noch im 1. Quartal beginnen, damit die Ilztalbahn pünktlich zum Start der neuen Saison wieder auf voller Länge befahren werden kann. „Im Rahmen der Sanierung muss unter anderem ein Brückenträger teilweise ersetzt und neu verschweißt werden. Wir sind froh, dass eine Spezialfirma gefunden werden konnte, die die erforderliche Zulassung besitzt, um solche Arbeiten durchzuführen“, so Schempf.

Das bewährte Angebot der letzten Jahre soll auch 2022 fortgeführt werden, die Ilztalbahn fährt von 1. Mai bis 16. Oktober. In den Sommerferien wird das Angebot mit einem zweiten Zug zusätzlich verdichtet, auch die Kooperation mit der Granitbahn soll fortgesetzt werden.

Schempf blickt weiter in die Zukunft: „2023 soll die Ilztalbahn der wichtigste Zubringer zur Landesgartenschau in Freyung werden. Die Fahrt durch das Ilztal stellt nicht nur den nachhaltigsten, sondern auch den schönsten Weg zur Gartenschau dar. Wir sind in Gesprächen mit der Gartenschaugesellschaft und der Stadt Freyung bezüglich möglicher Kooperationen und Angebote. Mit einem einzigen Zug können wir hunderte Besucher nach Freyung und mit dem Shuttlebus zur Gartenschau bringen.“

Weichen für notwendige Verkehrswende werden jetzt gestellt

Die Rahmenbedingungen für die Reaktivierung von Bahnstrecken haben sich im letzten Jahr deutlich verbessert. Auf Bundesebene wurden neben der Erhöhung der Regionalisierungsmittel auch die Fördersätze bei Infrastrukturausbauten angehoben. Sogar aus München gibt es erste positive Signale. „Reaktivierungen können aus Sicht der Staatsregierung ein wichtiger Baustein sein, um den Schienenverkehr insbesondere im ländlichen Raum attraktiver zu machen und so auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so die bay. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer in ihrem Infoblatt vom 6. Dezember 2021. Selbst das viel zitierte 1.000er Kriterium für Reaktivierungsprojekte soll laut dem Infoblatt „aufgeweicht“ und durch eine niedrigere Hürde für „Perspektivstrecken“ ergänzt werden. Neu geplant ist auch die Förderung rein touristischer Verkehre.

Vor diesem Hintergrund haben bereits zahlreiche Regionen und Reaktivierungsinitiativen im Freistaat ihre Forderungen angemeldet. „Die Region muss endlich gemeinsam gegenüber München auftreten und die Chance für ein zeitgemäßes, attraktives und umweltfreundliches Verkehrssystem nutzen. Die Ilztalbahn steht dafür bereit“, so Schempf.


Titelbild: 2021 war der Endbahnhof Freyung aufgrund eines Brückenanfahrschadens nicht mit Zügen erreichbar. In diesem Jahr soll die Ilztalbahn wieder bis Freyung fahren, eine Generalprobe für die Verkehre zur Landesgartenschau 2023. Foto: Förderverein Ilztalbahn

Pressemitteilung Ilztalbahn GmbH | Waldkirchen | 13. Januar 2022

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